Venedig 2003 Vogalonga

 

Im Mai 2003 organisierte der KSF eine 14-tägige Fahrt nach Venedig. Höhepunkt dieser Fahrt wahr die Teilnahme an der Vogalonga, einer Veranstaltung für handgetriebene Boote, also Ruderboote, Drachenboote, Gondeln, Outriggers, Canadier und Kajaks. 2003 wurde die Vogalonga zum 29. Mal durchgeführt, es beteiligten sich etwa 1200 Boote mit ca. 4000 Teilnehmern. Hier nun unser Fahrtenbericht:

Sonntag, 25.5.2003

Die Wecker klingeln um 5 Uhr, Kuckuck und Hahn sind schon etwas früher dran. Der Platz lebt heute recht früh auf, alle packen ihre Boote und versammeln sich um 7 Uhr am Strand. So glatt und still haben wir die Lagune noch nie erlebt: Kaum ein Motorboot, kaum ein Vaporetto, kaum ein Lüftchen. Die Linienschiffe sind für die Zeit der Vogalonga stillgelegt – an allen Haltestellen hängen Plakate mit den Ankündigungen der Ausfälle – und die Polizei hält alle Motorboote fern. Der Kanal mit Gebüsch kurz vor Venedig gehört uns. Als wir ihn erleichtert wieder verlassen, wimmelt es an der Rampe von Ruderbooten. Keine Ahnung, wo die alle plötzlich hergekommen sind. Von allen Seiten strömen nun Boote herbei, Gondeln werden eingeschleppt, Paddler kommen aus allen Ecken. Obwohl es aus der Ferne total voll auf dem Wasser aussieht, findet man noch gut Platz.

Aus dem Canale Grande strömen unaufhörlich Boote aller Arten. Manche sind geschmückt, manche FahrerInnen verkleidet. Die Boote beginnen sich auf der großen Wasserfläche außerhalb des Marcusplatzes zu sammeln, Riesengondeln und Ruderer vorne, Paddler am Rand. Die Begrüßungsrede beginnt um ca 8.45 Uhr und berücksichtigt alle Ministerien und Firmen, die die Vogalonga gesponsort haben und appelliert an die Fairness der Sportler. Ein Kanonenschuss gibt die Bahn frei, und so langsam sortieren sich alle in Richtung Erasmo. Nur selten gibt’s Gedrängel, die Ruderer passen gut auf, besonders in den Kurven ist das Tempo gemäßigt. Einige, die einen Bogen abschneiden wollten, landen auf einer Sandbank und müssen ihr Schiff ziehen. Als wir rechts im Bogen auf Burano zufahren, sehen wir schon die ersten Boote Burano links verlassen in Richtung Murano. Bei uns dauert es etwas länger, bis wir diesen Ort erreichen. Die meisten von uns machen dort in der Nähe eine mehr oder weniger kurze Pause.

Die Einfahrt nach Venedig ist ein Erlebnis, denn Menschenmassen stehen an den Ufern und auf den Brücken und applaudieren. Wir kriegen besonders viel Applaus – leider gilt er nicht direkt uns, sondern 4 gar nicht mehr so jungen Frauen, die mit einer blumengeschmückten grünen Gondel die Strecke echt cool bewältigt haben.

Das erste Boot, ein Achter ist um 11 Uhr im Ziel, Renate und Jürgen treffen um 12 Uhr dort ein. Manfred, Christoph und Norbert und ich lassen uns um 12.30 Uhr unsere Medaillen in die Boote reichen, Claudia ganz kurz nach uns. Regine, Sabine und Ina und Jürgen sind um 14 Uhr im Ziel. Die Rückfahrt kostet noch mal ganz schön Kraft, und das letzte Stück zieht sich besonders. Inzwischen sind alle Fähren, Vaporettos und Motorboote der Lagune unterwegs und produzieren Wellen, so dass es auch noch anstrengend wird. Wir sind (fast) alle ziemlich erschöpft und essen, trinken und schlafen erstmal eine Runde. Nun kommen auch Andreas und Richard zurück, die über 4 Stunden auf der Rialtobrücke gestanden und fotografiert haben.

Abends gehen wir essen in der Pizzeria nebenan.

Inge Voigt-Köhler